Hotels, Zimmer und Unterkünfte sowie Autoverleih auf Paros!

 

June 2010
M T W T F S S
« May   Jul »
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
282930  
  • No bookmarks avaliable.

Spanisches Omelette

Das gestrige Kreischen im Flur klingt mir noch im Ohr, als ich heute Morgen ins Hotel komme, in gespannter Erwartung, was mich denn heute wieder erwartet. Die Brasilianerin von gestern konnte sich wohl nicht vorstellen, dass auch eine Rezeptionistin mal nicht an ihrem Platz ist, sondern im Hotel rum rennt (Gäste zu ihrem Zimmer bringt zum Beispiel). Als ich also nach 10 Sekunden nicht auftauchte – ich hörte sie wohl, war ja nicht weit – fing sie an, den Flur rauf und runter zu rennen und hysterisch, fand ich zumindest, “Anybody heeeeeeeeeeeeeeeeeeeere???????” zu kreischen. Ganz davon abgesehen waren sie und ihre 3 Begleiterinnen alles andere als die Höflichkeit in Person. Ich weiß also jetzt schon, ich habe 2 Tage lang Gewehr bei Fuß zu stehen. Wie gut, dass ich nachmittags hier raus komme und keiner meine Handynummer weiß.

Eine kurze Begegnung mit fünf Spanierinnen reicht mir, kurz nach meinem Eintreffen, um mein in den letzten 13 Jahren gebildetes Vorurteil zu bestätigen, dass spanisch- und portugiesischsprechende Menschen etwas ungeschliffen sind, ganz höflich ausgedrückt.

Zwischendurch beantworte ich mal eine Email, in der ich um die Telefonnummer des Klosters Longovardas gebeten werde. Keine Anfrage ist mir zu fremd, ich bin brav und beantworte alles.

Apropos fremd. Eine mittelalte Dame mit krausem Haar, Nationalität unbekannt, gut ich könnte nachschauen, bin aber jetzt zu faul, fragt mich, ob der ansässige Friseur wohl ihre Haare glätten würde. Selbstverständlich würden sie das, beantworte ich, nur um meine Meinung zu den Haarglättern, die man im Supermarkt kaufen kann, gebeten zu werden. Einen Moment der Ungläubigkeit muss ich überwinden, bevor ich antworte, dass ich darüber wirklich keine Auskunft geben kann, denn ich benütze so etwas nicht. Womit sie ihre Brille absetzt, prüfend meinen Kopf anschaut und sagt: “Wie machen Sie denn Ihre Haare?”. Ich sage, mit gar nichts. “Sie Glückliche”, sagt sie, “haben Sie glatte Haare?”. Offenbar kommt sie aus einem Land, in dem die Menschen vornehmlich krause Haare haben und kann sich nicht vorstellen, dass es auch anders geht. Ich selbst finde es ja nicht so außergewöhnlich.

Kurz darauf bin ich gerade dabei, einem Pärchen zu erklären, wo die schönsten Strände sind, als ich von der Seite mit “Coffee!” angesprochen werde. Als ich nicht sofort reagiere, sondern denke, dass ich mir durchaus erlauben kann, den gerade begonnenen Satz zu beenden, höre ich noch lauter “COFFEE!!!”. Irritiert schauen wir drei zur Seite und ich frage die, siehe oben, Brasilianerin, was sie denn meint, worauf ich wieder nur “Coffee!” zu hören kriege, obwohl ich ja seit gestern weiß, dass sie der englischen Sprache mächtig ist. Irgendwie macht sie mir dann verständlich, dass sie wissen möchte, bis wann es denn Kaffee gibt, und ich sage, in der Cafeteria könne sie den ganzen Tag Kaffee bekommen. Denke nicht weiter darüber nach, bis ich später in die Cafeteria gerufen werde, wo sich die vier nun gegen Mittag hingepflanzt haben und steif und fest behaupten, es gäbe den ganzen Tag Frühstück. Die oben genannte Frau sagt beleidigt, ich hätte doch gesagt, es gäbe den ganzen Tag Frühstück; mir wird alles klar und ich beginne zu erklären, dass sie ja nach Kaffee gefragt hätte und es auch noch lange nach Ende der Frühstückszeit gewesen wäre. Zum Glück signalisiert mir die Barfrau schnell, dass sie ja so nett sei und Frühstück machen würde, auch jetzt noch, so dass ich nicht länger mit dem Unmut dieser Damen kämpfen muss.

Jetzt war grad jemand hier, der mit türkischer Lira bezahlen wollte, entweder er wusste nicht mehr, in welchem Land er sich befindet, oder was weiß ich. Und ein Anrufer wollte gerade ein bestimmtes Lied bestellen – ich habe ihm gesagt, wir sind nicht das Radio, sondern ein Hotel (wobei, Letzteres könnte man auch anders nennen…).

Ich finde jedenfalls, dass ich für heute wieder genug geleistet habe. Und gehe nach Hause und mache mir spanisches Omelette, mit ein paar Brasilianern und Griechen dazu.

PS – ich vergaß, die Holländerin zu erwähnen, die nicht verstehen kann, warum ihre holländische Tageszeitung hier erst um 12 zu kaufen geht!

4 comments to Spanisches Omelette

  • Herbert

    >>>…sondern ein Hotel (wobei, Letzteres könnte man auch anders nennen…)<<<

    Irrenhaus? um vielleicht einen Bezug zu den vorigen Beiträgen herzustellen…
    Ich war ja bislang der Meinung, was man in diversen Soaps, Telenovelas und sonstigen TV-Serien die in Hotels spielen, zu sehen bekommt, ist schon überdreht. Aber Deine Einblicke in Deinen Arbeitsalltag zeigen, dass das richtige Leben weitaus verrückter sein kann.

    Erholsamen freien Nachmittag wünscht

    Herbert

  • Hanne

    Liebe Martina, der ganz normale Wahnsinn eben. Bei mir geht es etwas ruhiger zu, zumindest so lange die Sportler ihre gewuenschte Windstaerke haben.
    Und.. kannst du dir vorstellen, dass es hier nicht die von den Touristen von ihrem Lieblingsgriechen um die Ecke in ihrem Heimatstadt gewohnte Giros-Platte (Teller) gibt. Der sieht hier ja ganz anders aus und das hier schmeckt ueberhaupt nicht. So was enttaeuschendes.
    Sie haben sich auch hier in einem kleinen Dorf mitten in den Bergen in einem Kafenion ein Eiscafe bestellt. Ich war ja nicht dabei … man hat ihnen dreimal was kaffeaehnliches (sogar mit Eiswuerfeln)gebracht. Auch ein Frappe war dabei. Und man ist doch total entsetzt, dass man hier kein Eiscafe, eben mit Eiscreme in einem formschoenen Glas mit Papierschirmchen bekommt. Die Griechin hat sich sicher schwer bemueht, hat es dreimal probiert und sie haben am Ende auch nur 2 Euro bezahlt, da das gewuenschte nicht dabei war. Vielleicht sollte man Urlaub am Chiemsee oder Bodensee oder an der Nordsee machen!?

  • Martina

    Lieber Herbert, liebe Hanne, Danke für eure Antworten.

    Am meisten fürchte ich mittlerweile um meine eigene geistige Gesundheit und ich weiß nicht, ob ich diesen Sommer, bestenfalls, ohne hysterischen Anfall oder – wahrscheinlicher – einen Gast zu ohrfeigen überleben werde – vielleicht schicke ich ja meine Blogbeiträge demnächst aus dem Gefängnis ab, obwohl ich natürlich bezweifle, dass griechische Gefängnisse Internetzugang haben. Ich fürchte eher nicht. Vielleicht ja eher in der Irrenanstalt? Sollte ich mich vorsorglich schon einweisen lassen? Aber wohin mit meinem Kind? Die arme Frau im naxiotischen Bergdorf, ich fühle mit ihr, sicher hat sie kein Ventil wie ich. Es ist doch echt unglaublich, wie viele dumme und unverschämte Menschen auf dieser Welt gibt.

    Ich wünsche mir für 2011 einen Bürojob, ohne Kontakt zu Menschen ;-)

    Liebe Grüße!

  • brasil

    in brazilian portuguese the word for “breakfast” is “CAFE de manha” which explains the “coffee” thing and the misunderstanding.

Leave a Reply

 

 

 

You can use these HTML tags

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>