Irgendwie fühle ich mich im Moment wie ein Fisch aus dem Wasser. Oder wie an einer Weggabelung und muss mich entscheiden, wie mein Leben nun weitergeht. Unser Leben, da ich nicht für mich allein entscheide, und das wiegt eben schwerer. Wenn mein Freund nicht wäre, würde ich wahrscheinlich ernsthaft über eine Übersiedlung nach Deutschland nachdenken. Die Arbeitssituation hier ist mehr als unbefriedigend. Wenn man nicht selbständig ist und weiß, wofür man ackert, wird man entweder ausgebeutet (siehe letzten Sommer, montatelang malochen und nie einen Tag frei haben – das habe ich jetzt 12 Jahre lang gemacht und die Nase voll davon!) oder man findet einen superlangweiligen Job, wo man sich wie lebendig begraben fühlt (wie zur Zeit, vier Stunden können lang sein, Minuten werden zu Stunden…). Fähigkeiten und Wissen hätte ich genug, um selbständig zu sein – nur kein Kapital, um es in die Wege zu leiten. Na ja, wie manch einer meint, man müsse für seine Fehlentscheidungen eben büßen (will heißen, wenn ich mich nicht getrennt hätte, hätte ich jetzt noch einen anständigen Job). Muss ich das? Kann ich nicht noch frei entscheiden und etwas aus meinem Leben machen? Ich bin erst (nicht schon!) 40! Für Input wäre ich dankbar, habe zur Zeit das sprichwörtliche Brett vorm Kopf.









Hallo Süße,
solch ein Brett vor´m Kopf kenne ich und da hat man oft das Gefühl, den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen. Einen wirklichen Rat habe ich wohl leider nicht, aber mir hilft es in so einer Situation immer, mich auf das zu besinnen, was ich habe und was ich daran schätze. Ist nicht immer einfach, aber oft hilft es, den Blickwinkel und das Gefühl in´s Positive zu wenden.
Also, auch wenn dein Job jetzt langweilig und öde ist – immerhin hast du so Zeit, um über wichtige Dinge nachzudenken und mal nicht deine ganze Kraft in den Job zu geben. Das hat doch auch was, oder? Und wer weiß, vielleicht wartet ja schon bald wieder was Schönes auf dich. Siehe es einfach mal als Verschnaufpause.
Liebe Grüße aus dem sonnigen (!!!) Bremen,
deine Ilka
Liebe Martina,
dazu fällt mir natürlich wie immer einiges ein. Und da ich gerade aus meinem Winterschlaf erwache, ist eine E-Mail an dich in Arbeit, die aber – auch wie immer – sicher ein paar Abendstunden in Anspruch nehmen wird. Input kommt also ganz bald! Und nicht verzweifeln – jede Lebensphase, ob gut oder mies, ist letztendlich wichtig… diese Lektion haben wir beide ja bereits lernen müssen, nicht wahr?
Viele liebe Grüße vom Deich,
Ela
Und wenn sich dann verschiedene Wege vor dir auftun werden und du nicht weißt, welchen du einschlagen sollst, so überlasse es nicht dem Zufall, sondern setz dich und warte.
Atme so tief und vertrauensvoll, wie du an dem Tag geatmet hast, als du auf die Welt kamst, laß dich von nichts ablenken, warte, warte noch. Lausche still und schweigend auf dein Herz. Wenn es dann zu dir spricht, steh auf und geh, wohin es dich trägt.
Aus “Geh, wohin dein Herz dich trägt” von Susanna Tamaro
Hallo Martina !
Schöner Spruch, Gerti !
Ich kann dich gut verstehen, Martina, wie oft hab ich mir schon gedacht, ich hau hier ab und mach mich auf den Weg nach Griechenland, aber ich hab ja hier meine Familie und meine Kinder. Allein wär ich schon längst weg – da könnten wir uns dann in der Mitte treffen, wenn du auf dem Weg nach Deutschland wärst.
Aber ich denke auch, für beide von uns wärs nicht das Richtige. Ich war bis letztes Jahr im November im Ganzen fast 12 Jahre selbständig, das heißt: “Selbst und Ständig” und es ist, wenn man genau hin schaut, auch ein ewiger Kampf, wo oft viel weniger bleibt und selbst wenn man mal “Gut Geld verdient” weiß man noch lange nicht wie s weitergeht. Vom Risiko, das man trägt, ganz zu schweigen. Aber da ist man dann schon lange in seinem Hamsterrad gefangen und kann nur mehr schwer wieder raus, aber da kam der Konkurs und aus wars, mein Hamsterrad stand von heute auf morgen still und jetzt versuch ich mich neu zu ordnen ….
und werde gehen wohin mein Herz mich tragen will ….