Hotels, Zimmer und Unterkünfte sowie Autoverleih auf Paros!

 

May 2012
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Als Dschungelkind unterwegs

Heute habe ich ja mal nur gestaunt. Ich war beim Frühtanz. Den Ausdruck kannte ich entweder nicht, oder 15 Jahre im Dschungel, äh, sorry, auf einer griechischen Insel, haben ihn ausgelöscht. Den Tanz in den Mai kannte ich natürlich noch, aber Frühtanz? So ganz bewusst war mir nicht, wo ich hinfahren würde, dachte vielleicht an eine Art kollektives Maifeiertagskaffeetrinken in einem biergartenähnlichen Café, oder so, bekam aber meinen ersten Schrecken, als ich die Adresse der Lokalität im Internet fand: “Tanzlokal für Ü25er”. Ojemine. Tanzen? Ich? Am hellichten Tage?! Und so junge Leute? Über 25jährige? Da lieg ich ja nun weeeeeeeit drüber. Au weia! Aber Anja hatte mich dazu überredet, und ich bin ja bekanntlich offen für neues. Sie ist auch keine 25 mehr, daher gab es Hoffnung, mich nicht total zu blamieren. Kein Zurück und kein Kneifen also.

Nachdem wir, also die Familie, heute Mittag erst mal für die Mädels den Tag der offenen Tür eines Reitstalls besucht hatten, damit wir die zwei und ihre Reitwünsche unter Dach und Fach kriegen und das Genöle endlich hinter uns lassen können, stürzte ich mich unerschrocken ins Abenteuer “Frühtanz”. Renata übernahm die Mädels, ich war erst abends wieder dran.

Mein Fazit: so ist das also, wenn in Norddeutschland die Sonne scheint. Ich muss mich in der Tat noch an das veränderte soziale Verhalten im Norden gewöhnen, ein Bisschen bin ich noch an das griechische gewöhnt. Fleischbeschau auf norddeutsch ist anders, aber witzig. Und ich habe ganz viel neues Vokabular dazugelernt. Eigentlich hätte ich mitschreiben müssen, und nachdem ich diverse Male nachgefragt hatte, was dieses oder jenes Wort bedeutet, fragte mich jemand ”wo kommst du denn her?“. Aber nicht böse, eher nett-neugierig, als sei ich ein seltenes, ausgestorben geglaubtes Exemplar einer Art Dinosauriers, oder ein Landei *zwinker*, oder ein Dschungelkind. 15 Jahre Griechenland reichten aber als Erklärung voll aus. Nun kenne ich also die Bedeutung von Wörtern wie Hupe (nicht die des Autos), Lampe (äh da muss ich glaube ich nochmal nachfragen), Frühtanz (s.o.), Charlie (ein Getränk, aber schlagt mich jetzt nicht tot, wenn ich nicht mehr weiß, was drin ist!) und gefühlt mindestens 20 weiteren Wörtern. Man war jedenfalls sehr geduldig mit mir. Und ich habe mich köstlich amüsiert.

Also Danke, liebe Anja, für einen sehr kurzweiligen Tag :-) .

Risikoleben

Im Rausch
einer Liebe
mit Suchtfaktor
fliege ich
ohne Sicherheitsnetz
einem unbekannten Ausgang
entgegen.
Genuss und
Hingabe
sind meine Flügel.
Risiko
ist
Leben.

Im Rausch
einer Liebe
mit Suchtfaktor
fliege ich
ohne Sicherheitsnetz
einem unbekannten Ausgang
entgegen.

Genuss und
Hingabe
sind meine Flügel.

Risiko
ist
Leben.

Spießig? Spießig!

Ich nehme mal an, Spießigkeit bei Kindern mittleren Alters ist nicht allzu besorgniserregend und hat gute Aussichten, eines Tages zu vergehen. Wahrscheinlich sehne ich mich nach eben dieser Spießigkeit zurück, wenn das Kind die Punkphase in der Pubertät erreicht hat. Obwohl, ne Ratte würde mich nicht schrecken, die hatte ich auch, auch wenn ich kein Punk war. Damals. Lang, lang ist’s her.

Anlass zu diesen Gedankengängen gab ein Plakat im Parkhaus. Ich hatte es selbst noch gar nicht bemerkt, war vielmehr noch mit Einparken beschäftigt (und nein: ich brauch dafür nicht länger, weil ich ne Frau bin!), als Lydia schon hörbar die Nase rümpfte und sagte “da ist ein tätowierter Mann”. Die Verachtung in der Stimme war ebenso nicht überhörbar. Ich dachte sogleich an Überfall im Parkhaus und sah mich kampfbereit um, als ich das Plakat entdeckte. Es war ein – hmmm, ich konnte nicht sagen, übel aussehender – aber tatsächlich deutlich tätowierter Mann. Lydias Abneigung wurde deutlicher, je näher wir dem Plakat kamen. Wiktoria aber schien ein Bisschen offener zu sein in der Hinsicht und meinte zu mir “findest du den auch so doof?”. Ich sagte, etwas verunsichert – was ist denn die politisch korrekte Antwort bei 8jährigen auf so eine Frage? – hmmm nö er sähe doch eigentlich ganz ok aus, “trotz der Tätowierung”. “Wegen” traute ich mich nicht zu sagen. Wobei Wiktoria offensichtlich erleichtert war,  dass sie das auch finden “durfte”.

Lydia blieb bei ihrer Meinung, und ich muss immer noch schmunzeln. Meine süße kleine Spießerin. Sie ist ebenso militante Nichtraucherin. In Griechenland ist sie schon als Vierjährige auf Barhocker gestiegen, um der Bedienung zu sagen, dass Rauchen ungesund sei und sie nicht atmen könne. Besser seine Meinung haben als gar keine, oder?

Und damit ihr euch auch eine Meinung bilden könnt, füge ich “den Tätowierten” hier an. Einen schönen Sonntag noch!

2012_04_28_taetowiert